… Elli Unruh ist zu recht für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Der Roman wird nicht in der Form einer linearen, eindeutigen Erzählung dargeboten, sondern vielstimmig und subtil. Unruh hat einen Familienroman auf der Höhe der Zeit geschrieben, der bewusst viele Leerstellen lässt und keine Meistererzählung des Vergangenen strickt. Man erfährt gerade so viel, um eine Idee von der Wurzellosigkeit dieser Familien zu erhalten. All das entsteht erst in der Deutung des Textes, die dem Leser obliegt. Das macht den großen Reiz dieses Romans aus, der diesen Effekt durch seine offene, episodische Erzählstruktur und seine nüchterne Sprache erzielt. Unruh hat ein bemerkenswertes Debüt geschrieben, das eine treffende Form für sein Sujet findet. Zum Buch