Wenn Berge weinen

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20,00 

Gharbi M. Mustafa

Erstausgabe
132 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag

Aus dem Englischen von Niko Fröba

Ein bewegender Roman über das Erwachsenwerden im kurdischen Nordirak während der Diktatur Saddam Husseins, verfasst im Duktus und Rhythmus der mündlichen Erzähltradition, in kurzen und prägnanten Sätzen.

Originalausgabe: When Mountains Weep, Selfpublisher, 2013

Artikelnummer: 978-3-88747-425-6

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Categories: Belletristik, Roman

Beschreibung

Gharbi M. Mustafa erzählt über das Heranwachsen eines kurdischen Jungen, Hamko, im Irak in den 1980er und ’90er Jahren. Es ist eine sehr persönliche Geschichte, erzählt aus Hamkos Sicht. Hamko lebt mit seiner Familie in Mossul. Der Tag seiner Einschulung wird für ihn zu einem prägenden Erlebnis, er bekommt deutlich zu verstehen, dass er nicht dazu gehört. Die arabischstämmigen Iraker verachten alles Kurdische. Er wird zur Zielscheibe für Beleidigungen und Schläge und muss lernen, sich zu behaupten. Später dann darf die Familie in die Berge, in die Kurdengebiete im Nordirak auswandern, wo er bald Freunde gewinnt und sich zum ersten Mal zuhause fühlt. Doch auch hier ist niemand vor den Schergen des Regimes sicher. Und dann beginnt der Irak-Krieg, und eine Welt bricht zusammen…
Die Geschichte erzählt vom Erwachsenwerden in einer patriarchalen und von Traditionen geprägten Gesellschaft, von Jungenstreichen und der ersten zaghaften Liebe, von der Suche nach der eigenen Identität und dem Ausbrechen aus familiären und kulturellen Zwängen. Gleichzeitig steht diese Geschichte auch exemplarisch für das Schicksal des kurdischen Volkes im Irak unter Saddam Hussein, das bestimmt ist durch systematische Unterdrückung und Gewalt, vergebliche Hoffnung und Vertreibung.

Leseprobe: 
Ich war um sechs Uhr wach.
Ein neuer Tag.
Ein weiterer Marsch hinter einem sturen Maultier.
»Fünf Stunden hin und zurück«, hatte der Offizier gesagt. Nach der ersten Stunde scheute das Maultier – und rannte los.
Einfach so … weg.
Wir jagten ihm nach, querfeldein, über Felsen und durch Schluchten. Dieses Tier war kein bloßes Lasttier. Es war Eigentum der Armee. Und eines zu verlieren konnte schlimmer sein als einen Soldaten zu verlieren. Schließlich entdeckten wir es am Grund einer Schlucht. Wir teilten uns auf, umkreisten es, stellten es. Ich schnappte mir das Seil und hielt es fest, als hätte es mir etwas gestohlen.
Aber nun waren wir verloren.
Kein Bunker. Kein Hauptquartier.
Nur Felsen. Und Himmel.
Dann – Stimmen. Arabisch.
»Waffen runter!«
Wir erstarrten.
Rote Turbane. Lange Bärte. Gewehre im Anschlag.
Peschmerga.
Die, gegen die wir kämpfen sollten.
Die, die wir heimlich bewundert hatten, seit wir ­ denken konnten.

Pressestimmen

Dlf Kultur Stephanie von Oppen
Der irakisch-kurdische Autor erzählt in sehr poetischer Sprache von frühen Erfahrungen des Außenseitertums, Vertreibung und Krieg, zum Glück gibt es die Familie, die Berge und eine erste große Liebe. Aus Kurdistan dringen selten Bücher bis auf den deutschen Buchmarkt vor. ›Wenn Berge weinen‹ ist ein Coming-of-Age-Roman, der in einer sehr poetischen Sprache und mit verschmitztem Humor erzählt, in kurzen, in sich abgeschlossenen Episoden. … Und wenn wir das Buch heute in der deutschen Übersetzung aus dem Englischen von Niko Fröba in den Händen halten, dann stehen die zahlreichen Militärstützpunkte im kurdischen Teil des Iran wieder einmal unter Beschuss und man möchte sich nicht ausmalen, was das für die Zivilbevölkerung bedeutet. Ein zutiefst beeindruckender und hochaktueller Roman über Leben und Schicksal der Kurden.
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22.4.2026

ekz Bibliotheksdienst Daniela Neuenfeld-Zvolsky
Ende der 70er-Jahre lebt Hamko in Mossul. In der Schule darf er kein Kurdisch sprechen, Arabisch ist eine Fremdsprache für ihn. Er bleibt der verachtete Türke und lernt immer besser sich zu widersetzen. Nach Jahren der Demütigung darf die Familie in die Berge, die nordirakischen Kurdengebiete auswandern, wo sie zum ersten Mal Heimat erfahren und Hamko sich verliebt. Der Irakkrieg macht zunichte, was sich für die Kurd*innen zum Positiven
entwickelt hatte. Krieg folgt auf Krieg und immer geraten die Kurd*innen zwischen alle Fronten. Neben all der geschilderten Gewalt ist aber auch die Liebe allgegenwärtig: die Liebe und Fürsorge in der Familie, die Liebe zu den Bergen, die Liebe zu Pari. Erzählt wird lakonisch, kurz und prägnant von Elend und Gewalt, die Liebe wird in poetischer Sprache beschrieben. Der berührende Coming-of-Age-Roman steht in der kurdischen mündlichen
Erzähltradition und auch wenn die Geschichte 2013 vor dem Angriff des IS endet, vermittelt sie ein eindrückliches Bild von der kurdischen Gegenwart.
2026/20