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Karbid

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Andriy Lyubka

Deutsche Originalausgabe
Ca. 260 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag

Aus dem Ukrainischen von Maria Weissenböck und Johannes Queck

Erscheint Anfang September 26

Ein politisch bissiges Schelmenstück über das phantasievolle Überwinden von Grenzen und politischen Blockaden, mit dem Ziel, einem Land und einer ganzen Gesellschaft eine europäische Zukunft zu sichern.
Der Roman, in den Medien gefeiert, ist selber ein Beweis für das Überwinden von Grenzen: Er wurde in mehrere europäische Sprachen übersetzt.

Originaltitel: Karbid, Meridian, Czernowitz
Dieses Buch wurde veröffentlicht mit Unterstützung des Übersetzungsförderprogramms »Translate Ukraine«

Artikelnummer: 978-3-88747-430 0

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Auch bei uns erschienen: »Rückseite des Krieges«, 2025

Categories: Belletristik, Roman

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Beschreibung

Wedmediw, eine fiktive ukrainische Stadt nahe der ungarischen Grenze, nach dem Maidan-Aufstand 2014. Tys Chvak, Geschichtsprofessor, von seinen Studenten »Karbid« genannt, weil seine Fürze, die er regelmäßig von sich lässt, nach Kalziumkarbid riechen, ist Idealist und Aktivist. In den Kneipen, die er regelmäßig besucht, hält er gerne Vorträge über die Glanzzeiten der ukrainischen Geschichte. Eines Abends, als er nach einem Kneipenbesuch nach Hause wankt, fällt er in einen Abwasserkanal. Während er sich herauskämpft, überfällt ihn eine geniale Idee. Er eilt zu seinem Freund Ikarus, Ungar, Automechaniker und begnadeter Zigaretten- und Benzin-Schmuggler, und überzeugt ihn, einen Tunnel von Wedmediw nach Ungarn zu graben. Da die Ukraine nach dem Maidan-Aufstand nicht in die EU aufgenommen wurde, ist seine Idee, dass alle Ukrainer durch den Tunnel nach Ungarn gelangen und so Bürger der EU werden. Damit löst er große Begeisterung aus, viele packen mit an, wenn auch aus weniger edlen Motiven: der korrupte Abgeordnete wittert eine internationale Karriere, der Schmuggler sieht Tonnen von Zigaretten durch den Tunnel ziehen, die Leichenwäscherin träumt für ihren Organhandel von neuer, reicher Kundschaft …
Der Roman liefert ein ironisches, durchaus nicht schmeichelhaftes Porträt der ukrainischen Gesellschaft, einer Gesellschaft, in der demokratische, proeuropäische Tendenzen korrupten Strukturen und auf eigene Vorteile bedachten, eher kriminellen Akteuren gegenüber stehen. Also wie bei Voltaire: Kritische Aufklärung und grandiose
Komik müssen kein Gegensatz sein.

Leseprobe:
»Ikarus streifte die Kronen der ersten ungarischen Bäume, verlor die Kontrolle, krachte gegen einen Baum und blieb
wie eine angeschossene Ente zwischen Himmel und Erde hängen. Angelockt von Lärm und Rauch kamen von beiden
Seiten Grenzbeamte und Zöllner angefahren, angeheitert von den Maifeiern. Sie trauten ihren Augen nicht: Vor ihnen hing kopfüber ein selbstgebautes Monstrum in der Luft, an dem Kartons mit der Aufschrift ›Marlboro‹ festgezurrt waren, und in der Mitte der Konstruktion steckte ein beleibter Onkel mit Motorradhelm und einer großen, mit Strass besetzten Damensonnenbrille.
Bei der Vernehmung gab Ikarus sich verwegen, er wies alle Vorwürfe des Schmuggels entschieden zurück und drohte
dafür zu sorgen, dass alle gefeuert würden. Auf die Frage, wieso er dann sechs Kartons Marlboro am Flugzeug befestigt habe, das seien immerhin sechzigtausend Zigaretten, antwortete Ikarus ›Ich rauche einfach sehr gerne. Ich habe schreckliche Angst, mir könnten plötzlich die Zigaretten ausgehen, und ich könnte mir nirgends welche besorgen. Für alle Fälle eben.‹«